Schwarz-weiß, aber nicht farblos

Quelle: Neu-Ulmer-Zeitung, 2.1.2004 (Christian Oita)

Tausende Besucher feierten bei der »Black & White«- Sylvesterparty im Roxy ins Neue Jahr Ulm: Mit einer ambitionierten Motto-Party wurde im Roxy das alte Jahr lautstark und feuchtfröhlich verabschiedet. Die »Black & White«- Sause war bei vielen Ulmer Jugendlichen ein Muß.

Damit war das Roxy nach seinem »Zeitsprung« im vergangenen Jahr auch heuer wieder die erste Sylvester-Adresse für jüngere Semester. Die Motto-erprobten Macher hatten sich erneut ein Konzept zurechtgelegt. »Black & White« hieß die Devise, und Einlaß in die Kulturhallen erhielt tatsächlich nur, wer in schwarzer oder weißer Garderobe erschien. Drinnen wurde schnell deutlich, wie konsequent das Leitmotiv umgesetzt war.

Riesige Ballons in den beiden Anti-Farben dienten als Dekoration, eine Karikaturistin fertigte auf Wunsch Graphit-Zeichnungen von den Gästen an, selbst die obligaten Armbändchen waren schwarz-weiß. Dass die Feier dennoch nicht farblos blieb, dafür sorgten Scheinwerfer und diverse DJs, die auf drei verschiedenen Floors unterschiedlich Musikstile auflegten. Auch auf Liveklänge mochten die Roxyaner bei ihrer groß angelegten Party wieder nicht verzichten.

So lieferte das Ensemble »Café de Paris« auf der Studiobühne vorzügliche Salonmusik zwischen Walzer, Tango und Bolero. Vom Swing der 30er Jahre geprägt, rissen sie mit schwungvollen Melodien und altmodischen Rhythmen ihre Zuhörer mit. Einen Großteil seiner Wirkung erzielte der Sound von Christian Ther (Akkordeon), Jörg Dold (Klarinette), Patrick Hipp (Klavier), Harald Schwarz (Gitarre), Günther Götzl (Kontrabass) und Frank Stoeger (Schlagzeug) vom Akkordeon.

Von Walzer bis Trance

Der Bandleader beherrschte nicht nur sein Instrument virtuos, sondern führte galant durch den Abend. Da flatterten die Herzen manch älterer Mädchen im Takt des Fox, während die Klarinette mitunter gar schwermütig wurde. Klar, dass die Herrschaften stilecht in weißen Hemden und schwarzen Westen spielten und damit die Etikette wahrten.

Diese Musette-Orchester-Besetzung bot freilich das krasse Gegenprogramm zum Treiben in den anderen Kulturhallen. Wer sich spendabel zeigen wollte, der tat dies nicht nur mit Trinkgeld an der Cocktail-Bar, sondern warf auch ein paar Euro in die zahlreich aufgestellten Spendenboxen für die Erdbebenopfer in Iran ein. Um seinen Gästen die gute Tat zu vereinfachen, organisierte das Roxy ein Glücksrad. Wer gespendet hatte, konnte sich Freikarten für die Tanzfabrik, ein Schnäpschen, Sekt oder ein kostenloses Bier erdrehen.

Kurz vor Mitternacht bereiteten sich viele Jugendliche dann auf das pyrotechnische Vergnügen im Freien vor. Trotz Minusgraden wurde fleißig gezündelt und geknallt, bis richtige Rauchwolken über der Schillerstraße lagen. Munter, aber nicht mehr ganz frisch landete so mancher Teenager im neuen Jahr. Die Party ging weit in die Morgenstunden hinein, dauerte länger als jede Tanzfabrik. Und wer sich tapfer gebärdete, wurde dann belohnt. Gegen fünf Uhr servierte das Personal dem Rest des Party-Volkes ein Kater-Frühstück. Hier gab es gleich wieder Sekt und Würstchen. Schwarze und weiße. So ein Motto macht eben nur Spaß wenn es eingehalten wird.